Krank und allein im Wohnmobil – eine Erfahrung auf die man verzichten kann!

Ihr Lieben, es ist Winter, auch im Süden Spaniens, und auch dort ist es schon mal recht kalt. Wie es ist, dann gesundheitlich angeschlagen zu sein habe ich nun, nach über 30 Jahren in denen ich mit Wohnmobil unterwegs bin auch mal kennengelernt. Es ist alles andere als Entspannt. 😉

Aber ich fange mal von vorne an.

Anfang Dezember hatte ich Zahnschmerzen bekommen, an einem gesunden Zahn, so wie ich dachte. Also erstmal nur Ibuprofen genommen, eine medizinische Mundspülung und abwarten, dachte ich mir.

Nach drei Tagen waren die Schmerzen so stark das ich zum Zahnarzt musste. Nach einer Röntgenaufnahme war klar das ich eine Entzündung an der Wurzel hatte. Der Arzt hat mir Penicillin verschrieben und drei Tage später hat er mir den Zahn aufgebohrt um die Wurzel zu behandeln. So weit so gut.

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Aber jetzt fing das Dilemma erst an. Der kontinuierliche Schmerz war zwar jetzt weg, aber ich konnte nicht mehr kauen, nicht mehr aufbeissen, da die Entzündung wohl im Kiefer sass. Und es wurde und wurde nicht besser.

Nach ca 10 Tagen Penicillin, mehrmaligen Zahnarztbesuchen und täglich Hühnersuppe, Milchreis, Quark, Joghurt und Bananen, was anders konnte ich ja nicht essen, bekam ich nun Grippe Symptome. Schnupfen, Atemnot, Abgeschlagenheit. Zwei Tage später tat mir die Lunge weh, vor allem beim Husten und jetzt fing ich mir doch so langsam an, Gedanken zu machen.

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Zum Glück war Stephie mittlerweile eingetroffen, da sie es so geplant hatte, dass wir die Zeit über Weihnachten und Neujahr zusammen verbringen konnten.

Wie ist das also, krank und alleine im Wohnmobil! Scheisse! Mega Scheisse!

Denn du musst ja nach wie vor Wasser auffüllen, Abwasser und Toilette entsorgen. Du musst einkaufen und natürlich zusehen das du irgendwie zum Arzt kommst.

Wenn man fit und Gesund ist, ist dies alles kein Thema, aber wenn man sich nicht fühlt, wenn man abgeschlagen ist kann es schnell zur Qual werden. Und dann sieht ein ansonsten aufgeräumtes Wohni auch mal schnell so aus 😉

 

Ich war jedenfalls mittlerweile so angeschlagen, das ich schon bei geringster Anstrengung ausser Atem war, wenn ich die Toilettencasette gelehrt habe bin ich sogar ins schwitzen gekommen und war nachher klatsch nass.

Naja, und auf soziale Kontakte hat man dann auch nicht wirklich Lust. Ausserdem sorgt man dann bei anderen sicherlich nicht für gute Laune, so dass ich mich immer mehr zurückgezogen habe. Auch da es anstrengend für mich wurde.

Es war bestes Flugwetter, ich konnte die Schirme ja am Himmel sehen und alle hatten nur mega positive Erlebnisse. Da passt man dann einfach nicht rein, als “ Jammerlappen“ 😉

Naja, als Stephie ankam war das ganze natürlich etwas entspannter, und auch das Wohni sah dann wieder netter aus 😉

 

 

Aber meine Lunge hat mich nicht mehr in Ruhe gelassen. Was ist wenn ich jetzt auch noch eine Lungenentzündung bekomme?

Was ist wenn es schlimmer wird? Wenn ich ins Krankenhaus muss und Stephie wieder nach Hause fliegt? Kein schöner Gedanke, alleine in einem spanischen Krankenhaus. Vor allem, reichen meine spanischen Sprachkenntnisse um mit den Ärzten zu kommunizieren?

Klar, wir haben ständig darüber gesprochen und letztendlich die Entscheidung getroffen nach Hause zu fahren. Denn Stephie kommt super klar mit dem Wohnmobil und so muss ich die Strecke nicht alleine fahre. Denn mit Penicillin und täglich 2000mg Ibuprofen macht das wahrlich keinen Spass.

2500 km, 2500, ich sag euch, die können ganz schön lang werden wenn man die fahren MUSS, wenn man nicht fit ist. Vor allem wenn man in langer Unterwäsche, plus Fleecepulli, plus Strickjacke, plus Weste und ner Mütze auf dem Kopf fährt 🙂

 

Fünf Tage haben wir gebraucht, und das über Weihnachten. Heiligabend haben wir auf einer Raststätte bei Girona verbracht, was so natürlich auch nicht geplant war. Aber wir waren einfach platt, so das wir keine Lust mehr hatten einen schönen Stellplatz zu suchen. Vor allem ich!

Umso schöner das Stephie mich mit einem Lachsfilet und gestampften Kartoffeln mit weich gekochten Gemüse überrascht hat. So kam wenigstens eine etwas „feierliche “ Stimmung bei uns auf.

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Naja, vorgestern sind wir dann abends endlich zuhause angekommen und am nächsten Morgen konnte ich über den Notdienst gleich einen Zahnarztbesuch organisieren und anschließend meinen Hausarzt, um meine Lunge checken zu lassen. Und jetzt warte ich mal ab was die Blutwerte sagen. Tja, ist halt alles gut organisiert in Deutschland! 😉

Der Zahnarzt hier konnte allerdings auch nichts anderes machen, als den in Spanien gebohrten Kanal zur Wurzel, der ja immer noch offen ist, nochmals zu reinigen und zu desinfizieren. Auch er hat ihn weiterhin offen gelassen, mir allerdings ein anderes Penicillin verschrieben. Tja, also weiterhin Penicillin und nun auch noch zusätzliche Medikamente die meinen Magen und Darm davor schützen.

Fakt ist jedenfalls eines, es ist schön, es ist wesentlich schöner, angenehmer, entspannter, Krank in einer Wohnung, zu Hause zu sein, als in einem Wohnmobil. Egal wo auf der Welt. Und dies trotz dem aktuell recht unangenehmen Wetter hier  😉

 

 

Warum ich das jetzt hier extra in meinem Blog erwähne?

Es gibt ja viele die den Gedanken haben, ihre Wohnung, ihr Haus zu verkaufen um sich ein Wohnmobil zu kaufen und damit zu reisen. Ja, sehr viele sagen, sie brauchen keine Wohnung, ein Wohnmobil reicht ihnen für den Rest des Lebens.

Ihr Lieben, denkt da noch mal drüber nach. Ja, so lange man fit und Gesund ist kann ich mir auch nichts schöneres, nichts entspannteres vorstellen, als in einem Wohnmobil zu reisen.

Aber krank und alleine in einem Wohnmobil, irgendwo in einer unbekannten Gegend, in einem anderen Land, umgeben von fremden Menschen…. Leute, das ist etwas ganz anderes! Und ich hatte nur Zahnschmerzen, nichts lebensbedrohliches also. Und… ich spreche recht gut spanisch 😉

Seit über drei Wochen quäle ich mich jetzt also mit der Entzündung im Unterkiefer, und soll jetzt noch bis 02. Januar abwarten. Wenn es bis dahin nicht besser geworden ist muss ich eine Kieferchirurgie aufzusuchen, da ein Zahnarzt mir dann nicht mehr weiterhelfen kann. Aber hier kann ich mich wenigstens gut verständigen, kann nachfragen und vor allem bin ich nicht unter Fremden!

Tja, durch die Entzündung und die Unmengen Penicillin und Ibuprofen wurde mein Immunsystem so sehr geschwächt, das alle anderen Symptome dazu kamen. Momentan bin ich jedenfalls immer noch ziemlich platt, kann aber nichts machen, ausser abwarten.

Also, ihr Lieben, zu Hause, in meiner Wohnung, in meinem Umfeld unter Freunden und Familie fällt mir das um ein vielfaches leichter und ist vor allem westlich angenehmer und entspannter!

Darum überlegt euch sehr gut ob ihr alles aufgebt, um den Rest eures Lebens nur noch in einem Wohnmobil unterwegs zu sein 😉

Kurzes Update vom 02.01.2018: Nach mehrmaligen Zahnarztbesuchen in Deutschland muss ich nun doch in die Kieferchirurgie, und es steht mir wohl ein mehrwöchiger Behandlungs- und Heilungsprozess bevor. Ich bin also mehr also froh, das ich die richtige Entscheidung getroffen habe, und wir nach Hause gefahren sind!  Und so wie es aussieht, werde ich auch meinen schon lange geplanten Urlaub im Oman nicht antreten können 😦 

Euch allen wünsche ich jetzt einen guten Rutsch und frohes neues Jahr!

Vor allem, ein gesundes!

Göldi

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19 Kommentare zu “Krank und allein im Wohnmobil – eine Erfahrung auf die man verzichten kann!

  1. Lieber Volkmar,

    Ich kann mir aber gut vorstellen wie es dir ergangen ist. Mich hat es auch schon mal im Wohnmobil auf Tour erwischt. Zum Glück war ich nicht alleine unterwegs.

    Ich wünsch dir weiterhin gute Besserung und einen guten Rutsch und alles Gute im neuen Jahr.

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  2. Hallo Volkmar,
    Zu 2. Lässt sich alles besser ertragen.
    Geteiltes Leid ist halt doch halbes Leid.
    Ich wünsche Dir gute Besserung und euch beiden einen guten Rutsch ins Neue Jahr.
    LG Ela

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  3. Hi Goeldi, mir ging es vorletztes Jahr ähnlich, bei mir war es wohl aber ne Fleischvergiftung! Hab mich dann von Tarifa nach Malaga „gerettet“ auf den Carrefour Parkplatz, da war wenigstens die Ver/entsorgung einfach. Hab dann überlegt das Womostehen zu lassen und über den nahen Flughafen Malaga heimzufliegen, was bei den billigen Flugpreisen ja kein dickes Ding ist…. Kurz bevor ich buchen wollte hab uch aber deutliche Verbesserung gespürt, vielleicht hat aber auch das Gefühl geholfen nach 5 min Taxifahrt im Flieger gen Heimat zu sitzen…? Auf jeden Fall kann ich deinen Zustand im Womo voll nachfühlen, wenn man das Gefühl hat im engen Womo vor Schwäche rumzutorkeln….! Wünsche dir gute Besserung und bis demnächst in Andalusien – vielleicht bin ich ja dann auch wieder mit Womo und Moped unterwegs….!
    Liebe Grüsse
    Peter

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  4. Hi Göldi,
    Wünsche Dir Alles Gute und dass Du bald wieder gesund und fit bist.
    Das mit dem Leben im Wohnmobil, kann ich nur bestätigen, solange man gesund ist, kein Problem, aber bei Krankheit und dann noch im Ausland, darauf kann man verzichten.
    Dir und Deiner Stephie Alles Gute und ein Gesundes neues Jahr
    Gruß aus Spanien Manfred

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  5. Hey Göldi, kann das iwi nachvollziehen. Mich hat es mal in Irland kompl. aus den Socken gehoben, unterwegs im LKW hat mich ne Fischvergiftung (lecker Bratfisch auf der Fähre) erwischt. Resultat war KH-aufenthalt in Dublin, dazu fremdes Land, fremde Sprache und halt „allein“. So eine Aktion braucht niemand !!

    Ich wünsche Dir ne „speedy Recovery“ sowie Euch einen guten Rutsch und alles Gute für 2018

    Gruß Hansi B.

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  6. Ich wünsche dir gute Besserung und alles gute für 2018. Du hast bei mir für das Highlight im letzten Sommer in Dänemark gesorgt. Der Tandemflug in Lökken war für mich atemberaubend. Vielen Dank dafür.

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  7. Hallo Volkmar, ich wünsche dir, daß es dir bald besser geht. Und zum Glück konntet ihr gemeinsam den Heimweg antreten. Meine gesundheitliche Vorgeschichte ist übrigens der Grund, warum ich nie ernsthaft erwogen hab, die nächsten Jahre im Ausland zuzubringen. Irgendwann hab ich die medizinische Versorgung in Deutschland schätzen gelernt 😉 Liebe Grüße und weiterhin eine gute Zeit! Iris.

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  8. Ich kann das gut nachvollziehen, denn mir geht es im Moment genau so. Habe eine Grippe mit Fieber und dazu noch Zahnschmerzrn.
    Ich bin mit meinem Hund alleine im Wohnmobil unterwegs und ich schaffe es kaum, mit ihm spazieren zu gehen.
    Auch angebliche Freunde, haben keine Zeit. Ich weiß, dass dies meine letzte Fahrt alleine mit dem dem Wohnmobil ins Ausland ist.

    Gefällt 2 Personen

  9. Erstmal gute Besserung. Ich bin ja sicher nicht so fit wie Du, und bei mir fliegt auch kein Engel ein, der mich retten kann. Btw, Größe bitte den Engel von mir. Aber krank und allein ist scheisse, zuhause oder unterwegs. Da ist faktisch nicht der Unterschied. Von den Besonderheiten mal abgesehen, Klo und Wasser, da gebe ich Dir Recht. Einkaufen ist dann zuhause auch shit. Deshalb stehe ich gerne im sozialen Umfeld. Da schaut man schon nach, wie es beim Singlenachbarn läuft. Meine Leute hier wissen, wo meine Arztberichte liegen. Ich rede offen über meine Risiken. Und ich sage immer, spanischer Arzt kann lateinische Berichte lesen, und der Rest ist Gottvertrauen.
    Allerdings, wenn bei mir ein Zahn ping macht, dann fliegt er raus. Was weg ist schmerzt nicht mehr.
    Man muss halt loslassen können! 😇🤗😇🤗😊
    Grund mal! LG

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  10. Alles alles Gute, vor allem gute Besserung lieber „Göldi“. Ich bin ja sonst nur stiller Leser, aber Deine Berichte breichern sehr. Euch Beiden einen guten Rutsch ins neue Jahr und allem voran Gesundheit! LG Ingrid

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  11. Lieber Volkmar !
    Auch wir wünschen Dir baldige Genesung und für Euch wünschen wir alles Gute und viel Gesundheit für die kommenden Jahre. Zu zweit erträgt sich alles etwas besser.
    Lieben Gruß auch an Stephie
    Roland mit Larissa

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