Die Leichtigkeit des Fliegens – back to the roots

Ich habe mir lange überlegt, ob dieses, mein aktuelles Thema überhaupt eine Erwähnung hier wert ist, aber ja, ich finde schon. 😉

Nur, wo fange ich an?

Wie ihr wisst, flieg ich ja schon ein paar Jahre und habe in dieser Zeit natürlich auch so meine Erfahrungen und gewisse Trends mitgemacht.

Klar, denn man will ja auch irgendwie dazugehören. C Schirm und Liegegurt war in den letzten Jahren der minimum Standard und wenn man nicht wenigstens ein kleines Dreieck oder 2-3 Stunden in der Luft war, man nicht minimum so um die 70 Punkte pro Flug erreichte, war es für den einen oder anderen irgendwie sogar schon mal enttäuschend.

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Täglich Wetter checken, von einem Startplatz im Mittelgebirge zum anderen, weil der Wind doch nicht passt, und sich dann irgendwie doch noch rauszuhauen, damit die weite Anfahrt sich wenigstens etwas gelohnt hat.

Wenn ich jetzt so zurück blicke, das war manchmal echt Stress pur! Aber ich habe es mir immer wieder angetan und ich hatte dabei auch wirklich schöne Momente, schöne Flüge, das möchte ich nicht verschweigen. Wenn es aber irgendwann nur noch um höher, schneller, weiter geht, gerät die Freude am fliegen schon mal in den Hintergrund.

Naja, meine letzte Ausrüstung war bis zu diesem Wochenende der Sigma10 und das Lightness2, diese Kombination bin ich über ein Jahr lang geflogen und war vom Material absolut begeistert. Ich behaupte sogar heute noch, das der Sigma10 der beste C Schirm ist, der momentan auf dem Markt ist und der beste Sigma den ADVANCE je gebaut hat.

Aber dann. Dann kam der neue IOTA2 auf den Markt und ich hatte die Chance ihn öfters zu testen und ihn in verschiedensten Bedingungen ausgiebig zu probieren. Mein erster Eindruck war gleich: sehr entspannt zu fliegen bei einer sehr gute Leistung!

Aber mir fehlte Anfangs die Dynamik, das spritzige handling des Sigma 10.

Da ich eh mal wieder öfters an die Küste wollte, hatte ich mir schon das neue Progress3 besorgt.  Erstens weil es ideal zum reisen ist und zweitens weil ich mit dem Vorgängermodel im Oman schon recht gute Erfahrungen gemacht habe.

Das Progress ist einfach perfekt für mich, da man damit gut den Schirm handeln kann, es hat ja kein Sitzbrett, es ein geringes Packmass hat und als Wendegurtzeug natürlich auch kein zusätzlicher Rucksack erforderlich ist.

Naja, ich habe dann zusätzlich zu meinem Sigma noch einen Iota2 mit an die dänische Küste genommen, da ich mir ein paar neue Startplätze ansehen wollte und er als B Schirm natürlich einfacher zu handeln ist als ein C Schirm. Vor allem wenn man nicht weis was auf einen zukommt, bzw. bei verschiedenen Bedingungen, oder auf kleinen, engen Startplätzen. Obwohl, der Sigma10 ist für seine Schirmklasse sehr einfach zu handeln!

Was soll ich sagen, durch die letzten Wochen, in denen ich sehr oft Progress3 und Iota2 geflogen bin, hatte ich auf einmal ein ganz anderes Gefühl beim fliegen, einfach wieder mehr das Gefühl von Freiheit. Und…. ich habe seine Einfachheit genossen.

Auch verspürte ich auf einmal wieder mehr Lust einwenig mit dem Wind zu spielen und dabei die Leichtigkeit, die Einfachheit eines B Schirms zu mögen.

In den letzen Tagen in Dänemark habe ich jedenfalls von morgens bis abends an der Düne rumgeturnt, hochgekitet, top gelandet, wingover geflogen, am Hang gekratzt, und dabei gar nicht bemerkt wie schnell die Zeit verging.

Selbstverständlich habe ich auch beide Schirme mit verschiedenen Gurtzeugen geflogen, mal mit Lightness mal mit Progress, weil ich mir ein exaktes Bild machen wollte.

Dann kamen noch einige Schlüsselerlebnisse dazu, bei denen ich im Vergleich mit anderen Schirmen die Leistung des IOTA2 messen konnte, bei Flügen entlang der Küste und gegen den Wind, der teilweise über 30 km/h betrug.

Ich bin also die meiste Zeit beschleunigt geflogen.

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Auch in Deutschland hatte ich bei meinen Flügen im Sauerland ja schon erlebt, das die Leistung des neuen IOTA2 nicht wirklich weit von aktuellen C Schirmen entfernt ist. Die meisten aktuellen B Schirme dagegen konnten weder beim steigen noch im beschleunigten Flug wirklich mithalten. Bei einigen, momentan hochgepriesene B Schirmen, konnte ich mir sogar ein leichtes schmunzeln nicht verkneifen 😉

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Was mir beim der IOTA2 sehr gut gefällt, ist der Gesamteindruck.

Er ist ein einfacher Schirm, mit mega einfachen Startverhalten, der sich schön gleichmässig füllt, der nicht überschießt und sich leicht korrigieren lässt.

Es ist aber auch ein Schirm der mega entspannt zu fliegen ist, der sehr gut steigt, die Thermik gut anzeigt, sich sehr einfach, angenehm nachzentrierten lässt und beschleunigt eine herausragende Leistung hat. Also eigentlich der perfekte Schirm um damit entspannt auf Strecke zu gehen.

Die Landungen sind übrigens ein Kinderspiel, denn der Bremsweg ist so lang, das man den Schirm jederzeit korrigieren kann, ohne Gefahr zulaufen ihn abzureisen.

Mit dem neuen Progress3 lässt er sich sogar, wohl auf Grund der neuen Gurtzeugkonstruktion, auch ohne Sitzbrett leicht mit Gewichtsverlagerung steuern.

Dies alles hat bei mir einiges an Gedanken in Gang gesetzt 🙂

Ich habe lange überlegt und ein paar Nächte drüber geschlafen. Soll ich wirklich wechseln? Oder soll ich nicht? Aber diese Kombination hat mich einfach überzeugt, und zwar in der Luft, da sie mir ein ganz anderes, ein sehr schönes Fluggefühl bietet!

Und da ich ja eh meistens mit Wohnmobil unterwegs bin, macht es nicht wirklich Sinn ständig mit mehreren Ausrüstungen unterwegs zu sein. Auch, da ich eh nicht wirklich daran interessiert bin Punkte zu sammeln oder grosse Strecken zu fliegen.

Denn eines ist auch klar, ein geschlossenes Gurtzeug ist beim Streckenfliegen nach ein paar Stunden sicherlich angenehmer, bequemer, als ein herkömmlicher Sitzgurt.

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Momentan soll jedenfalls die Einfachheit und der Flugspass bei mir im Vordergrund stehen.

Darum habe ich mich entschlossen meinen Sigma10 und das Lightness2 zu verkaufen und mir nur den neuen Iota2 und das Progress3 zu behalten. Letztendlich ist es natürlich auch eine Frage der Finanzen.

Aber mehr Flugspass geht momentan für mich nicht! Und nur das zählt 🙂 

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Ok, eventuell wäre der neu Leichtschirm, der Xi, noch interessant. Aber da ich eh kaum grosse hike&fly Strecken angehe und mit dem IOTA2 nur ca 1 Kg mehr zu tragen habe, was bei meinem Körpergewicht von fast 110 Kg ja nicht grade die Welt ist, denke ich dass ich die optimale Entscheidung für mich getroffen habe.

Also ihr Lieben, ich bin dann mal “ back to the roots“, mit Sitzgurt und B Schirm unterwegs. Hätte mir das jemand vor noch ein paar Monaten gesagt, ich hätte ihn wohl fragwürdig angeschaut. 🙂

Nach meinem letzen Dänemarkurlaub und den Flügen im Sauerland allerdings steht die Leichtigkeit des Fliegens bei mir nun wieder mehr im Vordergrund! 

Und damit es auch wirklich stimmig ist, habe ich mir noch ein einfaches Solario an’s Gurtzeug gemacht, ich möchte es also wirklich so einfach wie möglich. Denn die Einfachheit, die Leichtigkeit des Fliegens wie ich sie in den letzten Wochen mit dem IOTA2 und dem Progress3 wiederentdeckt habe, macht mir momentan mega viel Freude!

Bin schon gespannt wie meine Kollegen drauf reagieren werden 😀

cu in the sky

Göldi

ADVANCE IOTA2

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