Hauptsache es wird nach dem tauchen ein weisser Bademantel gereicht! Da

By the way, einige meiner ehemaligen Tauchlehrer sind ja heute noch recht Erfolgreich in der Tuchindustrie unterwegs und mit den meisten bin ich auch nach wie vor noch regelmässig in Kontakt! Einen Spruch allerdings werde ich wohl nie vergessen: Cheffe, wir haben so manches mal auf gepackten Koffern gesessen da uns deine strizerei einfach manchmal zu viel war, aber heute bin ich dir dankbar dafür, denn ohne dich wäre ich nicht da wo ich heute bin! Das hat mich so sehr berührt, das ich es bis heute nicht vergessen habe, denn ich sehe es als ein Kompliment! 😉

Ja, ich weiss, mein Ruf war zu dieser Zeit sicherlich nicht der eines netten „Vorarbeiters“ 😉 Aber, ich wollte auch nicht nur nett sein, denn ich war meiner Philosophie treu und hatte meine Ansprüche und … ich hatte 2 Kinder zu ernähren! Und wenn die den Kühlschrank aufmachten musste dort ein Joghurt drinnen stehen! Es musste ja nicht Danone drauf stehen, eines von Aldi war vollkommen ausreichend, aber keiner ausser mir hätte es ihnen dort hineingestellt! Vor allem kein Single! 😉

Das haben leider viele meiner damaligen Kollegen, die ja meistens Single waren, nicht verstanden. Wie auch? Sorry, aber ich konnte mir im Gegenteil zu ihnen einfach keine Fehltritte leisten und habe darum schon immer Gas gegeben! Vor allem musste ich sehr oft in meinem Leben Entscheidungen reffen, die ein Single einfach nicht verstehen kann, denn es ging schliesslich nicht nur um mich!

Naja, der Tauchtourismus verkam jedenfalls, meiner Meinung nach, immer mehr zur Prostitution. Ja, ich weiss, man nannte es Dienstleistung. 😉 Nein, Dienstleistung ist nach meinem Verständnis etwas positives und bedarf vor allem eines, gegenseitigen Respekt! Und der fehlte damls einigen „Kunden“! Und ich bin gerne Dienstleister, schon seit Jahren! Aber ich war, bin und werde mich niemals prostituieren nur um ein paar Euro mehr zu verdienen! Und genau das wurde ende der 90er teilweise von einigen „Kunden“ ich schreibe jetzt absichtlich nicht Gäste, erwartet, hat sich aber nach ein paar Jahren zum Glück wieder gelegt!

Aber genau diese Phase war es wo ich für mich die Entscheidung getroffen habe, dass dieses Tauchen nicht mehr meine Welt ist! Denn wenn man solchen „Kunden“ einen Tauchschein ausstellen „muss“, dass man ihnen den Arsch nachtragen muss, da sie ja „Kunden“ sind, und ansonsten riskiert das sie im Internet eine regelrechten shitstorm loslassen, nein, sorry, das musste ich mir nicht geben! 😉

Darum habe ich damals, Anfang 2000 das Tauchen an den Nagel gehängt, nein, nicht das Tauchen, das Arbeiten mit „Tauchscheinbesitzern“, und mich aus der Szene zurückgezogen. Zumindest von der Bühne! Denn entweder man hat eine Ausbildungs- und Lebensphilosophie und bleibt ihr treu, oder man lässt es!

Und das ich damit nicht alleine stand zeigte sich ja schon kurze Zeit später, denn ich bekam nun Angebote aus der Tauchindustrie, von Herstellern, Verbänden und grossen Ketten um für sie als Trainer und Berater zu arbeiten, was ich auch bis heut gerne mache! Sehr gerne sogar!!! Denn ein Leben ohne Tauchen, das funktioniert bei mir einfach nicht, und vor allem macht es mir mittlerweile wieder Spass meine Erfahrung und mein Wissen weiterzugeben! Denn die meisten jungen Tauchlehrer von heute haben wieder eine ganz andere Einstellung, sie sind wissbegierig, lernfähig und lernen gerne! Genauso wie die Taucher!

Es scheint also alles irgendwie mit den Generationswechseln zu tun zu haben! 😉

Denn auch dies war ende der 90er anders! Da ich ja zu dieser Zeit sehr viel auf unserem schönen blauen Planeten unterwegs war um die Tauchlehrer grosser, namhafter Basen bezüglich Kreislaugeräte und Nitrox zu schulen, bekam ich die Bestätigung das es weltweit ein Problem war, auch bei den grossen der Szene! Auch dazu mehr in meinem nächsten post!

Ich vergesse nie als ich mal bei einer Staffschulung auf den Maldiven die Tauchlehrer gefragt habe, ob sie denn einem Gast erklären können, wie die Maldiven, sprich die Atolle und Riffe eigentlich entstanden sind! Natürlich konnten sie es nicht! Selbst an ihren eigenen Arbeitsplatz, in dem sie täglich unterwegs sind hatte diese Sorte Tauchlehrer kein Interesse! Für sie war nur wichtig das sie einen Job an der Sonnen haben, denn auch sonst war das Wissen bezüglich Meeresbiologie, Tauchmedizin oder Tauchphysik bei den meisten gleich 0 🙂 Tja, da ist er wieder, der Spruch des PADI Course Directors: Wenn nichts mehr geht, PADI Tauchlehrer geht immer! 😀

Zumindest damals, während des Booms, war der Weg vom Arbeitslosen in ein Hotel an der Sonne, am Meer recht einfach und auch sehr begehrt! Denn es entstanden ja immer mehr Tauchbasen und die brauchten nun mal Personal, wobei die Qualität auch dabei, gezwungener Massen, oftmals auf der Strecke geblieben ist! Tauchlehrer wurden zu dieser Zeit nicht mehr ausgebildet, sondern produziert , die Ansprüche wurden heruntergesetzt und jeder der noch kaum 100 Tauchgänge „im Logbuch stehen hatte“ konnte PADI Instructor werden 😉

Das geht übrigens recht schnell, denn das eigentliche Business von PADI war und ist es ja nun mal nicht qualitativ hochwertige Instruktoren auszubilden, sondern Systemanwender, und dies möglichst schnell! Schon nach nur 3 Kursen, dem OWD, dem AOWD und dem Rescue-Kurs kann man dort bereits PADI Pro werden und muss somit seinen Mitgliedsbeitrag entrichten! Cool, oder? 😉 Jedes Jahr, an einem bestimmten Tag, drückt jemand in der Buchhaltung von deren Headquater auf eine Taste am PC und es werden automatisch Mitgliedsrechnungen an alle PADI Pro’s gesendet, die innerhalb nur eines Tages Millionen einbringen! 🙂 Ja, sorry, liebe PADI Pro’s, das musste ich einfach mal loswerden, denn es gibt ja schliesslich Gründe weshalb sich die bereits Mitte 2000 viele DiveCenter von PADI abgewendet haben und zu SSi gewechselt sind!  Hey,  ausserdem  bin/war ja auch selbst einer, aber dazu ebenfalls mehr in meinem nächsten post! 😉

Selbstverständlich habe ich versucht zu verstehen, wie es zu diesem Verfall kommen konnte und ich denke mal es liegt einfach  an der explosionsartigen Vermehrung von Tauchbasen und PADI Course Direktoren in dieser Zeit. Denn die namhaften gab es ja schon seit Jahren und die hatten ihren Namen auch sicherlich verdient, da sie über Jahre hinweg Qualität geboten haben, in der Ausbildung sowie im Service und der Logistik.

Die neuen Tauchbudenbesitzer dagegen mussten sich in diesem nun entstandenen Megamarkt aber erstmal platzieren um zu überleben und um jeden einzelnen Kunden kämpfen, da sie natürlich noch keine Stammgäste hatten. Tja, und  wenn man halt kein Kämpfer ist, geht dies nun mal am einfachsten in dem man Dumpingpreise macht, was übrigens immer zu Lasten der Qualität geht, und in dem man in der Ausbildung immer öfters mal ein Auge zudrückt, um nicht Gefahr zu laufen einen soeben gewonnen“Kunden“ wieder zu verlieren.

So nach dem Motto, du kannst deine Maske nicht ausblasen? Ach, das macht nichts, braucht man eh nur selten.  Oder mach dir nichts draus, das mit dem Tarieren kannst du ja später noch üben, usw. 😉 So, oder ähnlich kam es wohl zu der grossen Zahl an „Tauchscheinbesitzern“, die zwar nicht sicher tauchen konnten, aber … was soll’s, nach mir die Sintflut, Hauptsache die Kohle war in der Kasse!

Diese Sorte Tauchbudenbesitzer ist aber heutzutage auch längst verschwunden, denn Anfang 2000 war der Boom vorbei und der Tauchmarkt wandelte sich in einen Verdrängungsmarkt, die natürliche Selektion begann und durchgesetzt haben sich nur die guten, die, welche kontinuierlich ein hochwertige Qualität geboten haben, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, sich dem Wandel angepasst haben und letztendlich „ihren Arsch“ bewegt haben!

Tja, und jetzt, also ab ca. 2000 kommt dann die Phase mit den weissen Bademänteln ins Spiel 😉

Ach ja, Kritiken und Kommentare sind willkommen! 😉

4 Kommentare zu “Hauptsache es wird nach dem tauchen ein weisser Bademantel gereicht! Da

  1. Lieber Goeldi,
    gerade bin ich, von Dir selbst angeregt, auf Deinen Blog gestoßen, zum ersten Mal!
    Auch ich tauche sehr gerne seit 15 Jahren, bin Übungsleiterin vom VDST. Ich glaube ich kann Dich sehr gut verstehen und würde selbst sehr gerne solche Abenteuertauchgänge in unberührter Landschaft unternehmen.
    Der Tauchtourismus kann einem die Freude am Tauchen wirklich verderben.
    Allerdings fehlten mir bisher dazu Zeit und die geeignetenTauchpartner. In meiner momentanen Lebenssituation ist das allerdings vorstellbar. Mal sehen was daraus wird.
    Vielleicht treffen wir uns ja mal irgendwo auf dieser Welt!

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  2. Goeldi, wegen dir habe ich gerade eine Verabredung verpasst😁. Dieser Bericht ist wirklich super.ich bin zwar PADI Instructor, aber sicherlich keiner der Brevets verschenkt. Dazu war meine Ausbildung zu langwierig. Mein Ausbilder war Farid von Blue Water Diving Resort. Vielleicht kennst du ihn ja. Anyway was du schreibst, ist größtenteils wohl das Dilemma der TauchINDUSTRIE. Es wurde im Laufe der Zeit immer nur noch auf den schnellen Euro geschaut. Ich finde es manchmal auch echt scheisse, wie wenig Zeit man für tauchschüler hat und am meisten nervt mich das online lernen. Ich kann die Schüler kaum noch mit meinem Theorie wissen bereichern. Vielleicht ist es an der Zeit über ein Crossover zu SSI nachzudenken. Danke für den Rückblick deiner Tauchkarriere, ich finde es immer sehr spannend Spass zu lesen. Live wäre es sicherlich noch interessanter. Ps: die Dame ist es gewillt mich übermorgen nochmal zu treffen😅

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    • Freut mich wenn er dir gefallen hat 😉
      Tja, wie du sagst weisst du es ja aus eigener Erfahrung und kannst so das eine oder andere darum ja auch bestätigen oder zumindest gut nachvollziehen. Ja, du guten alten Zeiten, geil war’s, wirklich schön! Aber es liegt wohl am laufe der Zeit das der Kommerz irgendwann immer überhand gewinnt und es letztendlich den meisten nur noch darum gehet: ja, hab ich auch schon mal gemacht. Heute Tauchen, morgen Ski fahren und übermorgen Gleitschirmfliegen oder Golfen, einfach konsumieren ohne zu spüren, zu fühlen oder die Selle dabei einwenig surfen zu lassen.

      Ja, Farid habe ich ganz am Anfang seiner Karriere mal kurz bei James& Mac kennengelernt und was ich so höre scheint er einen guten Job zu machen.
      Eventuell trifft man sich ja mal, so zu einem Live Chat, wer immer du auch bist 😉

      Lieben Gruss
      Göldi

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      • Das Stimmt. Wenn man sich mal so umhört was die Leute alles so machen. Für Facebook, Instagram usw vielleicht, aber nicht für sich selbst. Hauptsache man ist immer Hip. Aber es gibt auch einige schöne Erfahrungen die ich mache. Das ist die eigentliche Belohnung in diesem Job (den ich nur als Hobby betreibe, denn Leben kann ich in Deutschland davon nicht) . Farid hat mir ganz schön den Kopf gewaschen damals und wir hatten zwischendurch echt Probleme miteinander. Aber mittlerweile weiß ich seine harte Schule zu schätzen. Ich werde mich demnächst mal richtig auf meinem Blog vorstellen. Wird langsam Zeit. Schön das du geantwortet hast, das spricht wirklich für dich. LG und schönen Abend noch. Nils aus Hamburg

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