Hauptsache es wird nach dem tauchen ein weisser Bademantel gereicht! Da

Tauchen heute, aus meiner Sicht!

Jetzt, also ab ca. 2000 kommt dann die Phase mit den weissen Bademänteln ins Spiel 😉

Denn der Tauchmarkt hat sich in dieser Zeit massiv gewandelt! Wurden früher die Taucher zu selbständigen Tauchern ausgebildet, die alleine ins Wasser gingen, die ihre Tauchgänge planen und unabhängig durchführen konnten, so wurden ab Mitte 2000 die neuen Taucher immer unselbstständiger, die Tauchtiefen für das „Sporttauchern“, darf man das eigentlich heute noch so nennen? ;), wurden reduziert und in vielen Tauchgebieten wurden sogar einige anspruchsvoll aber sehr schöne Tauchplätze von der Liste gestrichen!

Safariboote gibt es mittlerweile im Roten Meer zu hunderte, allerdings wurde nun im Gegensatz zu früher, als man noch eine Mindestzahl an Taucherfahrung haben musste um überhaupt buchen zu dürfen, jeder genommen der zahlte! Das die Veranstalter aber nun natürlich nicht mehr die einztigen top Plätze anfahren konnte war ja logisch, was allerdings die neuen Taucher eh nicht merkten! Hauptsache man hatte eine 2 Bett-Kabine mit Klimaanlage und Dusch/WC und das Essen ist möglichst europäisch! 😀

Der einstige Markführer, PADI, verlor immer mehr DiveCenter, da viele sich SSI, auf Grund des marktgerechterten Systems, vor allem bezüglich der Qualität in der Tauchlererausbildung zuwendeten!

Die Onlinehändler verdrängten mit ihrer Preispolitik, und auf Grund des veränderten Kaufverhaltens der Menschen, immer mehr kleinere Tauchschulen, dank dem support der Hersteller, was aber logischer Weise langfristig gesehen nach hinten los ging! Für die Tauchindustrie und die Taucher! 😉

Die Tauchbasen, also die die bis zum heutigen Tage übrig geblieben sind, wurden zu nahezu perfekten Dienstleistern mit sehr hohen Serviceleistungen, und dies obwohl die Preise für’s tauchen meist nach unten gingen! Der Gewinn wurde somit erheblich reduziert, was nun zwingend ein perfektes kaufmännisches Rechnen, ein gute Kalkulation erforderte! Jemand der nur Tauchlehrer, auch wenn er ein guter war,  konnten sich in diesem Markt kaum mehr durchsetzen, denn jetzt war die Zeit der Businesspeople angebrochen! Es gab Unternehmen die eine Basis nach der anderen eröffneten, und dies obwohl die Besitzer vom Tauchen so viel verstanden wie die Kuh vom Sonntag! 😉

Aber ich komme erstmal wieder zu meinen persönlichen Eindrücken und Erfahrungen!

Wie schon erwähnt habe ich die „Bühne“ des Tauchen Anfang 2003 verlassen und da dies ein recht grosser Schritt für mich war, denn meine Basis in Cala Joncols war ja mein Baby, war der emotionale Schmerz natürlich recht gross und ich habe die Bucht sehr lange, sehr vermisst! Aber die Basis war und ist in sehr guten Händen und noch heute erfreut sich die Bucht über einigel Stammgäste! Es ist zwar nicht mehr so wie früher, was ist das schon, aber immer noch ok! 😉

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In dieser Zeit hatten ein Kollege von mir, der Besitzer der sicherlich professionellst organisierten Tauchbasenkette weltweit und ich ein gemeinsame Idee, um der immer schlechter werdenden Tauchlehrerausbildúng entgegenzuwirken.

Wir wollten ein Pro-Dive College gründen, in dem Tauchlehrer verbandsunabhängig ausgebildet werden, und zwar in allen wichtigen Bereichen. Kompetente Dozenten waren auch sehr schnell gefunden, so dass wir folgen Seminare anbieten konnten:

PADI-VDST/CMAS Instructor Training (Heute wäre sicherlich noch SSI dabei)
DAN Instructor
Ausbildung zum Nitrox & Rebreather-Instructor (War damals wichtig)
Ausbildung zum Aqualung und Scubapro Service Techniker
Ausbildung bezüglich Meeresbiologie und Ozeanologie
L&W und BAUER Kompressorseminare
Sales & Gunstrelation Seminare
Ausbildung zum Accountingmanager (Wichtig für Basenleiter)
Bootsführerschein See

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Diese komplette Ausbildung sollte die Teilnehmer damals nur ca 1500 € kosten, wobei wir ihnen aber gleichzeitig einen Jobgarantie bei den führenden Tauchbasen bieten wollten. Die Tauchbasis die nun einen von uns komplett ausgebildeten Instruktoren einstellte, sollte den Rest, was wirklich nicht viel war, tragen.
Tja, die Idee war eigentlich recht genial, aber leider wurde sie vom Markt nicht angenommen, was viele heutzutage sicherlich bereuen! Denn heute wären fast alle froh sie könnte auf solche Instruktoren zugreifen! 😉

Da sich aber auch in meinem Privatleben etwas geändert hatte, denn welche Frau wünscht sich schon einen Lebenspartner der ständig auf den Malediven, am Roten Meer und am Mittelmeer unterwegs ist, habe ich mir nun erstmal eine Auszeit gegönnt und ca 3 Jahre lang mit meinem alten Wohnmobil ganz Europa bereist! Und Europa ist wirklich schön, sehr schön!!!

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Eins vorweg, die Mutter meiner Kinder ist bis heute in meiner Achtung ganz weit oben, wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander und waren für unsere Kinder immer verlässliche, verantwortungsvolle Eltern! Und das haben nicht viel meiner Kollegen geschafft! 😉 Mir haben meine Kinder jedenfalls immer halt gegeben und es war mir eine Freude zu sehen wie aus meinen Kindern Leute wurden, selbständige, erwachsene Menschen, die beide ihren Weg gehen! Ja, ich bin stolz auf meine Kinder!  🙂

Abiball 2014

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Ein Leben als Single hat aber sicherlich auch so seine Vorteile, denke ich mir mal, man hat kaum Verantwortung, muss keine Kompromisse eingehen und kann eigentlich recht unbeschwert und egoistisch durchs Leben gehen, auch, da man kaum finanzielle Sorgen hat! Wenn ich allerdings den Alkoholkonsum bei einigen Singles so sehe…  glücklich sind sie die meisten wohl nicht! Nicht wirklich! 😉

Aber zurück zum Thema!

Die für meine Auszeit notwendigen finanziellen Mittel konnte ich in dieser Zeit mit Trainings und Consulting verdienen, sowie mit Gleitschirm-Passagierflügen, was auch grade so ausreichte um meine Reisekosten, kleiner Reparaturen sowie den Lebensunterhalt für mich und meine Familie zu begleichen!
Aber auch diese Zeit war für mich sehr lehrreich und hat mir später einige Vorteile gebracht! Tja, man kann so alt werden wie ein Kuh, man lernt immer noch dazu! Wenn man es wirklich will! 😉

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Privat waren es zwar nicht grade meine schönsten Jahre, aber ich habe mich in dieser Zeit mal wieder auf die Dinge konzentriert die für mich wirklich wichtig sind im Leben! Und das waren für mich vor allem meine Kinder, meine Familie, meine Freunde und wie sollte es anders sein, meine liebe zur Natur! 😉 In dieser Zeit konnte ich auch endlich mal sehr viel Gleitschirmfliegen, womit ich ja bereits 1997 angefangen habe, da ich so einfach frei wie ein Vogel, puren Naturgenuss habe!

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Aber auch beruflich habe ich in dieser Zeit sehr viel neues gelernt, logisch wenn man fast 10 Jahre lang nur in einer kleinen Bucht lebt, denn da zieht das „normale“ Leben einfach an einem vorbei!

Vor allem meine Erfahrungen als Trainer bei einer der grössten Tauchbasenketten haben mir anschliessend sehr viel gebracht, waren sie doch damals schon allen anderen, vor allem durch ihr perfektes System und ihre straffe Organisation weit überlegen. Hier lernte ich sehr viel neues über Strukturen, interne Kommunikation, bcc war wohl eines der meist genutzten tools bei ihnen ;), und vor allem eins, wie unwichtig in perfekten Strukturen der einzelne ist, dass man jeden jederzeit ersetzen kann wenn man ein Unternehmen nur durch Strukturen, verbunden mit einem perfekten System steuert!

Gleichzeitig habe ich in dieser Zeit für einen der beiden Markführer Händlerschulungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt! Auch hierbei wurden mir wieder mal die Augen geöffnet, denn mir wurde nun bewusst wie unselbstständig doch einige kleine Händler mittlerweile geworden sind und vor allem, wie fremdgesteuert sie sind!

Durchgesetzt haben sich bis heute, bei den Tauchbasen im In- und Ausland, darum nur die, die absolut professionell arbeiten, die sensibel auf die Veränderungen im Markt reagiert haben und trotzdem dabei ihrer Philosophie treu geblieben sind! Einfach diejenigen, die kaufmännisch wie auch bezüglich Tauchen, Service und Marketing top sind!

Glücksritter, Träumer oder auch reine Enthusiasten haben darum im heutigen Markt definitiv keinerlei Spielraum mehr! Ok, ein paar Billigheimen gibt es immer wider mal, aber die verschwinden auch schnell wieder! Das Problem dabei ist nur das fast jeden Tag ein dummer aufsteht, der glaubt mit Dumpingpreisen können man überleben. Und ist der eine geschäftlich tot, erwacht gleich der nächste! 😉

Naja, da ich nach dieser Zeit allerdings müde vom viele Reisen war kam mir 2005 ein Angebot meines heutigen „Arbeitgebers“ recht genehm, da ich hier nur ein, zweimal jährlich auf die Malediven „musste“ und ansonsten nur nach Ägypten! Eines vorweg, hier habe ich mich sehr schnell „zu Hause“ Gefühlt!

Tja, aber was hatte sich nun bezüglich des Tauchens geändert?

Ganz einfach, man hatte sich endlich besonnen dass es so nicht weiter gehen kann! Die Tauchausbildung wurde wieder besser, allerdings nicht mehr so anspruchsvoll wie noch in den 80er, man drückte allerdings nun immer weniger ein Auge zu, entwickelte individuelle Ausbildungsrichtlinien, SSI optimierte die Schulungsmaterialien und man investierte vor allem mehr in die Weiterbildung der Tauchlehrer. Zumindest bei den professionellen Tauchbasen unter europäischer Leitung, und gleichzeitig wurde bei diesen der Service massiv gesteigert!
Denn der Anspruch der heutigen Taucher hatte sich erheblich verändert!

4 Kommentare zu “Hauptsache es wird nach dem tauchen ein weisser Bademantel gereicht! Da

  1. Lieber Goeldi,
    gerade bin ich, von Dir selbst angeregt, auf Deinen Blog gestoßen, zum ersten Mal!
    Auch ich tauche sehr gerne seit 15 Jahren, bin Übungsleiterin vom VDST. Ich glaube ich kann Dich sehr gut verstehen und würde selbst sehr gerne solche Abenteuertauchgänge in unberührter Landschaft unternehmen.
    Der Tauchtourismus kann einem die Freude am Tauchen wirklich verderben.
    Allerdings fehlten mir bisher dazu Zeit und die geeignetenTauchpartner. In meiner momentanen Lebenssituation ist das allerdings vorstellbar. Mal sehen was daraus wird.
    Vielleicht treffen wir uns ja mal irgendwo auf dieser Welt!

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  2. Goeldi, wegen dir habe ich gerade eine Verabredung verpasst😁. Dieser Bericht ist wirklich super.ich bin zwar PADI Instructor, aber sicherlich keiner der Brevets verschenkt. Dazu war meine Ausbildung zu langwierig. Mein Ausbilder war Farid von Blue Water Diving Resort. Vielleicht kennst du ihn ja. Anyway was du schreibst, ist größtenteils wohl das Dilemma der TauchINDUSTRIE. Es wurde im Laufe der Zeit immer nur noch auf den schnellen Euro geschaut. Ich finde es manchmal auch echt scheisse, wie wenig Zeit man für tauchschüler hat und am meisten nervt mich das online lernen. Ich kann die Schüler kaum noch mit meinem Theorie wissen bereichern. Vielleicht ist es an der Zeit über ein Crossover zu SSI nachzudenken. Danke für den Rückblick deiner Tauchkarriere, ich finde es immer sehr spannend Spass zu lesen. Live wäre es sicherlich noch interessanter. Ps: die Dame ist es gewillt mich übermorgen nochmal zu treffen😅

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    • Freut mich wenn er dir gefallen hat 😉
      Tja, wie du sagst weisst du es ja aus eigener Erfahrung und kannst so das eine oder andere darum ja auch bestätigen oder zumindest gut nachvollziehen. Ja, du guten alten Zeiten, geil war’s, wirklich schön! Aber es liegt wohl am laufe der Zeit das der Kommerz irgendwann immer überhand gewinnt und es letztendlich den meisten nur noch darum gehet: ja, hab ich auch schon mal gemacht. Heute Tauchen, morgen Ski fahren und übermorgen Gleitschirmfliegen oder Golfen, einfach konsumieren ohne zu spüren, zu fühlen oder die Selle dabei einwenig surfen zu lassen.

      Ja, Farid habe ich ganz am Anfang seiner Karriere mal kurz bei James& Mac kennengelernt und was ich so höre scheint er einen guten Job zu machen.
      Eventuell trifft man sich ja mal, so zu einem Live Chat, wer immer du auch bist 😉

      Lieben Gruss
      Göldi

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      • Das Stimmt. Wenn man sich mal so umhört was die Leute alles so machen. Für Facebook, Instagram usw vielleicht, aber nicht für sich selbst. Hauptsache man ist immer Hip. Aber es gibt auch einige schöne Erfahrungen die ich mache. Das ist die eigentliche Belohnung in diesem Job (den ich nur als Hobby betreibe, denn Leben kann ich in Deutschland davon nicht) . Farid hat mir ganz schön den Kopf gewaschen damals und wir hatten zwischendurch echt Probleme miteinander. Aber mittlerweile weiß ich seine harte Schule zu schätzen. Ich werde mich demnächst mal richtig auf meinem Blog vorstellen. Wird langsam Zeit. Schön das du geantwortet hast, das spricht wirklich für dich. LG und schönen Abend noch. Nils aus Hamburg

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