Wo ein Wille ist, ist auch immer ein Weg

Tja, hab lange nichts von mir „hören“ lassen, und das hatte seine Gründe.

Wie ihr mitbekommen habt, hatte ich im Juli in Dänemark wieder mal ein einschneidendes Erlebnis bezüglich meiner Gesundheit, das mich bis heute nicht losgelassen hat.

Ich mach’s kurz, durch die Medikamente die ich nun für den Rest meines Lebens nehmen muss, Blutverdünner, Herztabletten usw. sind bei mir nicht unerhebliche Nebenwirkungen aufgekommen. Und zwar Schwindelgefühle, sobald ich mich etwas schneller drehe. Logisch, das ich so unmöglich noch unbedarft mit dem Gleitschirm in die Luft gehen kann. Und Tandemflüge sind für mich darum allein aus Verantwortung gegenüber dem Passagier selbstverständlich auf gar keinen Fall mehr möglich.

Ja, hat mich hart getroffen, auf’s fliegen, so wie ich es viel Jahre lang gewohnt war, zu verzichten. Mehr noch, es hat mich mental sogar etwas aus der Bahn geworfen und ich musste erst mal lernen damit umzugehen. Letztendlich aber ist es wie es ist, mittlerweile habe ich mich damit abgefunden und meine Gleitschirmausrüstungen abgegeben.

Bis auf eines, meinen Soloschirm, den XI und mein Gurtzeug, das Lightness3 von ADVANCE konnte ich einfach nicht hergeben, dass wäre dann doch zu krass für mich gewesen. Ich bin auch noch davon überzeugt, dass ich in ruhigen Bedingungen oder auch am Meer nach wie vor mal fliegen kann und auch wieder werde. Zumindest hoffe ich es!

Was also tun?

Nach Rücksprache mit meinem Kardiologen brauche ich Bewegung. Und zwar regelmässig und viel. Und meine Ernährung etwas umzustellen wäre sicherlich auch von Vorteil, meinte er.

Also habe ich dann ende Juli exzessiv angefangen zu biken und arbeite nur noch vormittags, so dass ich fast jeden Tag in unseren Wäldern unterwegs sein kann. Und mittlerweile habe ich sogar Freude dabei. Ja, am Anfang musste ich natürlich erst mal meinen inneren Schweinehund überwinden, und glaubt mir, dass war nicht immer einfach 😉

Bezüglich Essensumstellung, ja, auch die war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Denn es gibt seit ende Juli zum Frühstück nur noch Dinkel Vollkornbrot mit Lachs, statt Brötchen mit Marmelade, Nutella, Käse oder Wurst. Wenn ich Lust auf was süsses habe, gibt’s halt Obst, getrocknete Datteln, Mandeln oder Speisequark, statt Haribo oder Schokolade. Und wenn ich mal wieder ein Stück Fleisch brauche, dann halt was gutes vom Rind, aber nichts mehr vom Schwein.

Nach nun drei Monaten kann ich euch sagen, es tut mir verdammt gut. Soviel erst mal zu mir.

Naja, und wer in den letzten Wochen mal hier rein geschaut hat, dem ist natürlich aufgefallen, dass es auch meinen Blog zerschossen hatte.

Ursache war, das WordPress das von mir verwendete Theme aus ihrem Angebot gestrichen hat.

Was ist ein Theme? Bei einem Theme handelt es sich um eine Zusammenstellung von grafischen Elementen, die das Aussehen von Benutzeroberflächen von Betriebssystemen, Computerprogrammen und Webseiten bestimmen. Und da ich nicht sonderlich fit bin bezüglich Websites, hat es eine Zeitlang gedauert, bis ich meinen Blog wieder einigermaßen ansehbar hinbekommen habe.

Dann kam allerdings der nächste Schock, WordPress möchte nun mehr Geld, und zwar das doppelte, da ich sehr viel Fotos hier hochgeladen habe. Diese Summe, die nur auf Grund meiner Bilddatei hier notwendig ist hat mich, dass muss ich zugeben, etwas zum überlegen gebracht, ob ich weiter mache oder nicht. Vor allem auch, da ich nun eh nicht mehr so viel übers reisen mit Wohnmobil und Gleitschirm berichten kann, wie vorher.

Auf der anderen Seite möchte ich natürlich meine persönlichen Erlebnisse und Erinnerungen nicht im Netz verschwinden lassen. Nicht nur da ich nach wie vor sehr viel positives Feedback erhalte, sondern da ich selbst auch gerne immer wieder mal hier reinschaue um alte Erinnerungen aufzufrischen.

Also beisse ich erst mal in den sauren Apfel, und schaue ab und zu mal in die Statistiken, da ich dort gleich sehe ob es euch auch weiterhin interessiert was ich hier so von mir gebe. Langweilig wird’s sicherlich nicht. Denn statt wie bosher, schöne Fotos und Infos vom fliegen und reisen, kommen halt jetzt noch Fotos und Infos vom biken dazu. 😉

Apropos, eMtB, da gibt’s auch immer wieder mal verschieden Meinungen zu.

Also, meine ganz klare Meinung, so ein eMtB sollte es auf Rezept geben 😉

Denn seit ich angefangen habe regelmässig damit zu fahren um meine gesundheitliche Situation zu verbessern, habe ich 10% Körpergewicht verloren, nachweisslich 30% verbesserte Cardiowerte und garantiert über 50% mehr Kondition. Ohne Motorunterstützung wäre das für mich unmöglich gewesen.

Eines noch, ich hatte in den letzen Jahren ja eigentlich immer ein ebike dabei, aber keines das mir so viel Freude bereitet hat, wie mein neues. Es ist übrigens mein drittes Centurion bike mit Bosch Motor, dieses mal ein Centurion Lhasa. Gründe dafür, sind neben dem neuen, sehr gut abgestimmten Bosch Motor und der super Federung, dass ich mich dieses mal, dank einer sehr ausführlichen Beratung durch einen Fachhändler meines Vertrauens, nicht für die richtige Grösse, sondern auch das richtige Modell, für meine Bedürfnisse, entschieden habe.

Alleine wäre ich zB. niemals darauf gekommen, mir ein XL bike zu kaufen, sondern hätte mir wieder eines in L genommen, da ich genau zwischen diesen beiden Grössen liege. Wie wichtig also eine seriöse Beratung ist, welche Vorteile der Fachhandel gegenüber dem Onlinehandel hat, habe ich jetzt mal wieder am eigenen Leib erfahren.

Das Teil macht mir richtig Spass!

Ach du, du fährst ja mit Motor. Denn Spruch haben sicherlich schon einige gehört. Noch mal, ohne die Motorunterstützung an steilen Passagen hätte ich niemals diese Fortschritte gemacht, sondern garantiert den Spass am biken wieder verloren. Nur durch die Unterstützung war es möglich, dass ich mich Anfangs durchbeissen konnte, dass sich meine Motivation nicht in Frust umgewandelt hat und ich somit meine gesundheitliche Situation bis heute erheblich steigern konnte.

Mein eMtB ist quasi mein „Bergbügeleisen“! Denn eines ist auch klar, von alleine fährt es nur bergab, ansonsten unterstützt es nur einwenig, und dies auch nur wenn ich es wirklich benötige oder möchte.

Auch den Umkreis kann man damit entsprechend erweitern, so das man auch mal schöne, ausgedehnte Touren planen kann. Vor allem aber, und das habe ich sehr deutlich gemerkt, steigert sich hierdurch kontinuierlich die Kraft und Kondition. Habe ich anfangs noch maximale Unterstützung durch den Motor gebraucht, um entsprechende Steigungen zu bewältigen, benötige ich nach nun drei Monaten oftmals nur noch die Hälfte. Oftmals, nicht immer 😉

Ein eMtB ist also auf jeden Fall der Gesundheit dienlich und bringt dazu noch sehr viel Freude!

Was mich ganz besonders daran freut, Stephie geht’s mittlerweile genauso und wir geniessen fast jeden Abend unsere gemeinsame Abendrunde und planen am Wochenende mindestens eine gemeinsame grössere Tour.

Tja, dass war’s, was ich jetzt schnell loswerden wollte, nachdem mein Blog wieder einigermassen ansehnlich ist.

Als nächstes steht nun auch endlich wieder ein Trip mit Wohnmobil auf dem Programm.

Geplant haben wir ein paar Wochen Spanien, und zwar möchten wir wieder mal an’s Cap de Creus, da es uns beiden dort nach wie vor landschaftlich sehr gut gefällt. Allerdings werden wir es diesmal wetterabhängig machen müssen, da wir nur ein paar Wochen Zeit haben.

Das wir zusätzlich zum Gleitschirm und Motorrad nun noch unsere neuen eMtB’s mitnehmen, versteht sich von alleine. Bin mal gespannt was wir damit so erleben und ob’s was interessantes für euch zu berichten gibt.

Bis dahin… wo ein Wille ist, ist auch ein Weg 😉

15 Gedanken zu “Wo ein Wille ist, ist auch immer ein Weg

  1. Hallo Göldi,
    es tut gut, mal wieder einen Bericht von Dir zu lesen. Ja, und nebenbei auch noch eine kleine Lerneinheit „positiv denken – und handeln“ Respekt !
    Wir sehen Uns bestimmt bald mal wieder…
    Grüße von
    Astrid, Fridolin und Muffin

    Gefällt 1 Person

  2. Schön das du die Kurve zu einem gesünderen Leben bekommen hast. So lustig es sich teilweise liesst, so schwierig wird es bestimmt gewesen sein – der Weg aus dem ersten Schock, den Optimismus wieder zu finden. Hut ab und weiter so. Ich freue mich immer über deine Berichte.
    Viele Grüsse
    Ingrid

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Göldi

    …..und auf einmal ist nichts mehr wie es war, denn es bleibt nichts wie es ist. Nutze die Zeit, denn es ist der Stoff aus dem das Leben gemacht wird. Meine Maxime, mein Motto seit 66 Jahre. Windsurfen, Kiten, Motorradfahren, Biken, Tiefschneefahren, Skitouren, Drachenfliegen, und jetzt mit Gleitschirm on Tour. I muaß aufi, aufi aufn Berg damits ja nicht langweilig wird. Sich ja nicht antriebslos durch den Alltag schleppen.
    Rein ins WoMo, Bike, Boards und Motorrad dabei und ab nach Korsika, die Liste der Neider…..kennst sicherlich auch.
    Und auf einmal kommt der Cut, das Leben nimmt einen anderen Verlauf. Erwischen tuts ja immer nur die anderen. Schön daß du dich nicht deinem Schicksal ergibst, die Akzeptanz der Realität hat dich ein neues Hobby erfahren lassen. Biken ist toll, bin heuer mit dem Radl die Drau und Donau in Österreich entlang gefahren und anschl. mit dem Zug wieder zurück. Denk mal über so was nach, ein tolles Feeling, jeden Tag neue Eindrücke. Es geht im Leben nicht um die Zahl der Atemzüge, sondern um die atemberaubenden Momente.
    Ich wohne in Bad Reichenhall, dort wo andere Urlaub machen, hab die Berge und Salzburg vor der sprichwörtlichen Haustür. Vielleicht führt dich dein Weg mal hier vorbei melde dich. Bei mir um die Ecke kannst mit dem Womo stehen, hast ein Schwimmbad direkt vor der Tür kannst biken und fliegen oooohne Ende.
    Du lebst nur einmal – aber wenn du es richtig machst, ist einmal genug und halte das Feuer der Faszination immer am brennen es hält dich jung.

    Besten Gruß aus den Bergen und
    für die Gesundheit künftig alles Gute

    Gefällt 1 Person

      1. So, wie Spass macht, alles gut. Wenn wir 75+ sind ist das Risiko eh kleiner, da wird man eher dusselig, lass uns auch dagegen anarbeiten… ….heute lache ich oft auch zynisch übers altwerden. Hat aber lange gedauert und innere Kämpfe gebraucht. Also, alles normal und gut. Neues finden.

        Gefällt 1 Person

  4. nun aufgeben gilt nicht…man muß sich einnorden…alles zu 50% weniger wäre bestimmt machbar…es gibt Schlimmeres wie diese Dinge, die bekannt u. behandelbar sind. Corona ist eher eine ganz andere Nummer – und in meinen Augen auch die beginnende Ausgrenzung u. abstempeln zu Minderheiten, ein Fluch für die Gesellschaft, wenn das Denken so wieder in D anfängt! Alle sind Mitbürger, denn es gibt hunderte Gründe bei Jedem, auch den Andersdenkenden.
    Du wirst es schaffen, wie viele Andere vor Dir…nur versuche nie wieder 100 Prozent, das ist ne Menge zu viel…
    Gruß von hier oben…
    Werner

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s