Wie viel Solarstrom braucht man eigentlich, um entspannt autark zu reisen?

Ampere-Watt-Volt, mal kurz anhand meines Verbrauchs und Bedarfs sowie meiner bisherigen Erfahrung einfach und verständlich erklärt. Hoffe jetzt mal mein Physiklehrer liest jetzt hier nicht mit 😉

Vorwort: Ich habe Jahre lang meine Brötchen als Tauchlehrer verdient und bin darum lediglich jemand, der seit über 30 Jahren mit dem Wohnmobil reist. Also kein Stromfachmann und schon gar kein Techniker der sich mit Solar auskennt. Was ich habe, ist Erfahrung, und zwar meine eigene Erfahrung von der ich euch gerne profitieren lasse.

Eines solltet ihr aber immer bedenken, seit der Wohnmobilmarkt boomt und immer mehr das autarke Reisen für sich entdecken, erscheinen natürlich auch immer mehr selbsternannte Fachleute auf der Bühne und versuchen eine Scheibe vom Kuchen abzubekommen.

Der eine hat vor ein paar Jahren noch Sonnenbrillen importiert, heute importiert er Lithiumbatterien. Der andere hat vor ein paar Jahren noch mit was weiss ich gehandelt, jetzt spielt er sich als der grosse Fachmann für Solar oder Sat-Antennen auf. Kennt sich zwar nicht aus, tut aber so, da er weiss, unter den Blinden ist der Einäugige oft der König.

Tja, oder eBay, was sich da so tümmelt, da lohnt es sich immer ganz genau hinzu schauen. Denn was hab ich davon wenn ich heute etwas preisgünstig angeboten bekomme, aber es den Händler, die Firma in kürze nicht mehr gibt oder gar in China sitzt. Da wird’s dann schwer mit Garantieansprüchen 😉

Naja, wie halt Händler so sind, irgendwas geht immer. Und wie in jedem boomenden Markt erscheinen natürlich auch mehr und mehr Nepper – Schlepper – Bauernfänger auf der Bühne. Und klar, man kann natürlich auch selbst importieren, aus China. Viel Glück!

Also, Obacht geben, genau hinschauen und auch schon mal auf das Bauchgefühl hören.

Meine Persönliche Erfahrungswerte

Also, hier jetzt mal meine persönliche Erfahrung bezüglich Stromverbrauch und Solar, die ihr gerne als Anhaltspunkt für euch nehmen könnt, da dieses persönlich erfahren Werte sind. Denke das hilft dem einen oder anderen schon mal weiter.

Mein durchschnittlicher Tagesverbrauch im Wohnmobil liegt zischen ca 30Ah bis 60Ah täglich.

Dieser setzt sich zusammen, wenn ich abends mal für ein paar Stunden den Fernseher an habe, mein Wechselrichter ein paar Stunden läuft um mein Handy und mein Laptop zu laden, ich die Heizung anschmeiße um heißes Wasser zum spülen oder Duschen zu haben und natürlich die Beleuchtung. Wobei ich komplett LED nutze.

Kaffemaschiene, Fön, Mikrowelle oder sonstige Verbraucher mit einem hohen Bedarf hab ich nicht im Gebrauch. Auch die Heizung läuft bei mir fast nie, und wenn, dann nur Nachts da ich ja die meiste Zeit draußen verbringe. Darum auch die Spanne bei meinen Werten, ich möchte es halt je nach Wetterlage auch unterwegs bequem und angenehm haben, bin aber trotzdem sparsam.

Mein durchschnittlicher täglicher Energiebedarf ist also ca. 50Ah x 13V = 650Wh. Es sei denn, ich muss mal wieder mein eBike laden, dann brauche auch schon mal um die 90 Ah, bzw um 1300 Wh damit die Batterien wieder gefüllt sind.

Rechnet man jetzt mit maximal 5 Sonnenstunden, bei denen im Winter eine Solarzelle auf Grund der flach stehenden Sonnen selbst in Spanien kaum mehr als die Hälfte der maximalen Leistung bringt, braucht man also schon (ohne ebike, Kaffemaschiene, Fön) ca. 300W Solarzellen auf dem Dach. Bei blauem Himmel, wenn die Sonne fünf Stunden scheint!

Um nun aber auch im Winter auf der sicheren Seite zu sein, denn auch im Süden scheint ja nun mal nicht täglich die Sonne und vor allem steht sie sehr flach am Horizont, hatte ich mir schon vor ein paar Jahren zusätzlich diese >135W Solartasche < zugelegt.

Eine solche Tasche kann ich nur jedem empfehlen, der von Herbst bis Frühjahr unterwegs ist oder im Süden Überwintern möchte, da ihr diese Tasche immer exakt zur Sonnen ausrichten könnt und so eine optimale Energienutzung habt. Hiermit ist man darum selbst bei bewölktem Himmel, auch im Winter auf der sicheren Seite, falls man nur 200-300W auf dem Dach hat.

Mein Fazit: Eine 450W Solaranlage wäre sicherlich ok, um hier sorgenfrei autark zu überwintern. 200-300W und eine flexible Solartasche tun es aber auch. Denn letztendlich ist es ja auch immer eine Preisfrage.

Zwischenzeitlich habe ich sogar nochmals aufgerüstet und statt meinen vorherigen 300W mittlerweile 600W auf dem Dach, da ich viel mit dem ebike unterwegs bin, was für meine 200Ah Lithium Batterien bisher ausreicht um sie immer gut gefüllt zu halten. Meine Solartasche brauch ich zwar seit dem nicht mehr unbedingt, trotzdem würde ich sie nie abgeben. Denn man weiss ja nie wie das Wetter wird und ich möchte einfach immer entspannt reisen 😉

Hoffe ich konnte dem einen oder anderen hiermit eine nützliche Information geben, bezüglich seiner Planung. Denn die hier von mir angegebenen Werte sind die realen Werte, aus der Praxis. Und wie ihr seht, weichen die etwas von denen manch schöner Hochglanzprospekte ab.

Ein Solarpanel bringt niemals, auch nur annähernd, so viel Leistung im Winter wie man glaubt. Wenn man Glück hat, in der Mittagssonne bei blauem Himmel um die 50%.

Mittlerweile gibt es ja auch sehr viel Solartaschen am Markt, da der Bedarf auch durch die vielen Überwinterer erheblich gestiegen ist. Und sicherlich sind einige davon auch vergleichbar, mit der die ich nutze. Um Unterschiede zu bewerten bin ich allerdings fachlich nicht Kompetent genug, und möchte mir auch kein Urteil zu bilden.

Also, ich hab schon seit ein paar Jahren diese >135W Solartasche < zugelegt und bin sehr zufrieden damit. Preis Leistung ist sehr gut und sie ist einfach und platzsparend zu verstauen! Ein Verlängerungskabel ist dabei, genauso wie Klemmen um sie an die Batterien anzuschließen und sogar ein Kabel um die Batterien einfach über einen Zigarettenanzünder einzuspeisen. Sehr gut ist auch, dass diese Tasche einen Bluetooth Solarregler mit entsprechender App hat, so dass ich bequem über mein Handy schauen kann wie viel Strom momentan eingespeist wird.

Und weil ich eh ein bequemer Mensch bin hänge ich sie, wie hier auf dem Foto, einfach mit einem Saugnapf ans Wohnmobil. Natürlich immer Richtung Sonne. 😉

Ab und zu lege ich sie auch schon mal einfach hinter die Frontscheibe und speise die Batterien dann über den Zigarettenanzünder im Wohnraum. Was zumindest bei dieser Solartasche easy möglich ist. Denn so ist sie auch optimal gegen Diebstahl geschützt.

Meine Empfehlung für fachliche Fragen, fragt NICHT mich 😉

Fragt Stefan Isheim!  Nein, das ist keine Werbung, auch wenn böswillige Menschen es jetzt so sehen möchten. Das ist ein gut gemeinter Rat für alle Reisenden die meinem Blog lesen! Klar gibt es auch andere seriöse Mitbewerber, das steht ausser Frage.

Aber es gibt auch die, die mit geschönten Daten und falsche Versprechungen Billigware anbieten, die ihren Zweck im Nachhinein nicht erfüllt und nur Frust erzeugt.

Stefan kenne ich mittlerweile persönlich recht gut, da man sich ja unterwegs immer wieder mal trifft. Und es hat ja auch seine Gründe, dass vor allem erfahrene Reisende bei ihm anstehen, weil sie seinen Rat schätzen, eine Reparatur oder eine Optimierung ihrer Anlage möchten!

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Stefan ist einfach eine ehrliche Haut, berät immer seriös, ist fachlich absolut kompetent und verkauft keinen billigen Ramsch.

Ihr könnt mich gerne beim Wort nehmen, denn sonst würde ich ihn euch hier garantiert nicht empfehlen! 

Und wer jetzt immer noch glaubt, er kommt mit 200-300 W Solar auf dem Dach im Winter gut klar, naja, der muss es dann halt selbst erfahren 😉 

Gruß von der Küste und euch allen eine gute, entspannte Reise

Göldi on Tour, Fotos, Texte, Tandemflüge.
Göldi on Tour, Fotos, Texte,

 

 

4 Gedanken zu “Wie viel Solarstrom braucht man eigentlich, um entspannt autark zu reisen?

  1. So ist das, der echte Verbrauch und die wirkliche Leistung der Solaranlage wird meist komplett falsch eingeschätzt. Da hilft nur eine gute Beratung oder man ist selber Profi…
    Seitdem meine Anlage von Stefan Isheim auf den richtigen Stand gebracht wurde haben wir auch im Winter Ruhe.

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  2. Deine 2 x 140Ah Batterien geben Dir effektiv ja nur 140Ah nutzbare Kapazität und Solar im Winter..Du sagtest es ja schon. Deshalb habe ich mir im November ein 200Ah LiFeYPo4 gegönnt, da gibt es nun 190Ah effektiv und wiegt die Hälfte – also nur mal als Idee, fall die „Bleiernen“ mal den Geist aufgeben

    Gefällt 1 Person

    1. Ivo, mein reicher Freund, wenn ich mal viel Geld habe kaufe ich mir sicherlich auch Lithium Batterien. 😉

      Zu meinen Glück habe ich noch weder Platz noch Gewichtsprobleme und komme mit den Gelbatterien gut klar, jetzt wo sie immer voll sind.

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